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Liebe Gemeinde,

wir leben in einer Zeit, in der so vieles ungewiss ist, einer Zeit, die so viele als dunkel und düster wahrnehmen. Der Blick auf eine scheinbar aus den Fugen geratene Welt nährt diese Wahrnehmung: Kriege in Europa und im Nahen Osten, politische Spannungen, die zunehmen, eine polarisierte Gesellschaft. Viele spüren eine wachsende Angst vor dem, was kommt – wirtschaftlich, ökologisch, gesellschaftlich. Die Hoffnung auf klärende Worte bleibt unerfüllt, stattdessen hören wir Lärm und gegenseitige Schuldzuweisungen. Statt Orientierung verlieren wir uns oft im Nebel widersprüchlicher Meinungen und Sorgen.

Foto: Erwin Wodicka

Ja, die Dunkelheit heute ist nicht nur eine Metapher – sie ist real spürbar: in den Nachrichten, auf den Straßen, manchmal in unseren Familien, in den Kirchen, im eigenen Herzen. Inmitten all dessen feiern wir Advent: das Warten auf Gottes Kommen. Es ist ein anderes Warten. Kein passives Hoffen, dass schon irgendwie alles gut wird, sondern ein bewusstes, gespanntes Ausrichten auf das Licht, das wirklich tragen kann. Das Licht, das Gerechtigkeit bringt, wo Unrecht herrscht – und Heil, wo Wunden klaffen. Gott spricht uns durch den Propheten Maleachi ein solches Hoffnungs-Bild zu:

Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. (Mal 3,20)

Hier ist nicht nur von einem neuen Morgen die Rede, sondern von der Sonne der Gerechtigkeit. Einer Sonne, die nicht nur Licht bringt, sondern gleiche Würde und gleiches Recht für alle. Nicht nur Wärme, sondern Wohlergehen und Erlösung. Diese Sonne steht für Jesus Christus, das Licht der Welt. Im Advent bereiten wir uns auf seine Ankunft vor – damals in Bethlehem, heute in unserem Leben und einst in ewiger Herrlichkeit. Sein Kommen ist mehr als ein schönes Ritual in dieser Zeit, es ist die Antwort Gottes auf die Dunkelheit der Welt. Advent ist die Verheißung: Die Welt bleibt nicht, wie sie ist. Gottes Heil ist unterwegs. Wie eine wärmende, schützende Sonne breitet Gott seine heilenden Flügel über uns aus. Nicht als Belohnung für Perfekte, sondern als Verheißung für alle, die sich nach ihm sehnen.

Advent heißt dann auch: Wir leben im Zwielicht zwischen Verheißung und Erfüllung. Aber das Licht ist schon am Horizont. Die Dunkelheit ist nicht ewig. Die Sonne der Gerechtigkeit wird aufgehen und mit ihr kommt Heil – für die Welt, für unsere Gemeinden, für jede und jeden von uns.

Ihr Pfr. Christian Wedow

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Losung und Lehrtext f�r Samstag, 13. Dezember 2025:

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass die Stadt für den HERRN wieder gebaut werden wird.
Jeremia 31,38

Und ich sah die heilige Stadt: das neue Jerusalem. Sie kam von Gott aus dem Himmel herab - für die Hochzeit bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Sieh her: Gottes Wohnung ist bei den Menschen!
Offenbarung 21,2-3
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