Wir sind nicht die ersten und auch bei uns war es nicht das erste Mal. Aber es war heftig diesmal – so heftig, dass selbst gestandene Polizeibeamte sagten: Ich bin persönlich sehr, sehr betroffen. Wir leben gerade in sehr unsicheren Zeiten. Menschen sind haltlos geworden und schrecken vor nichts mehr zurück. Greifen Orte an, die ihnen eigentlich zum Halt werden könnten. Sind Getroffene und wollen nun auch andere treffen.
Und sie haben uns getroffen. Sie haben die Kirche heftig beschmutzt, Feuer gelegt, unser Altarkreuz mitgenommen. Zum Reformationsfest in einem großen Festgottesdienst mit kraftvollem Bläser- und Flötenchor und mit vielen Menschen haben wir das neue Kreuz begrüßt. Es stammt aus der Lukaskirche und wird nun erst einmal bei uns auf dem Altar stehen.
Ferdinand, ein Konfirmand, hat es würdevoll hereingetragen, umgeben von unserem Gesang: Verleih uns Frieden gnädiglich. Unsere Kirche bleibt ein Ort der Musik, des Gespräches, des Gebetes. Gott segne uns und hilf uns und allen, die wir kennen und nicht kennen, wenn wir den Halt verlieren.
Grit Markert, Pfarrerin
und die Kirchgemeindevertretung
der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Leipzig Sellerhausen-Volkmarsdorf im Alesius-Kirchspiel Leipzig November 2022